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CustomMade Laminierung 1

Das Laminieren des geshapeten Blanks ist gar nicht so dramatisch. Als Anfänger sollte man auf jeden Fall mit langsamen Epoxy-Harz arbeiten. Es hat eine relativ lange Topfzeit. Ist das Harz erstmal auf dem Blank, hat man bei Raumtemperatur weit über eine Stunde Zeit zum Laminieren. Epoxy besteht aus zwei Komponenten. Es muß daher genau auf das Mischungverhältnis geachtet werden. Polyester hingegen wird durch einen Härter aktiviert. Die Reaktion ist je nach Härtermenge und Wärme entsprechend schnell und heftig. Die Verarbeitung bedarf daher einer Menge Erfahrung.
Beide Harze sind toxisch. Auch wenn Epoxy fast gar nicht nach Lösungsmittel riecht, ist der Kontakt über die Haut zusätzlich giftig. Polyester wird in Styrol gelöst, was nicht nur toxisch, sondern auch krebseregend ist. In beiden Fällen sollte man sich einen Atemschutz besorgen und mit Handschuhen arbeiten.

Man fängt mit der Unterseite an. Als Gewebe kann man Glasfaser 130g bis 200g/m2 oder Carbon 200 bis 160g/m2 verwenden. Bei Glas sollten es schon 3 Lagen sein. Wer Carbon benutzt kann ggf. auf eine Lage Glas verzichten. Die Kohle sollte jedoch unidirektional sein, damit man das Gewebe später auch um die Kanten bekommt. Wer im Vakuum laminiert, kann auch bidirektionle Kohle verwenden. Wie stabil man es haben möchte bleibt letztendlich jedem selbst überlassen.
Als erstes wird das Gewebe passend zugeschnitten. Man sollte einen großzügigen Überhang einplanen. Eine scharfe Schere ist ein gute Investition, auch wenn man sie nach dem Laminieren wegschmeißen muß.

Nun mischt man das Harz an. Gebrauchte und gesäuberte Tetrapacks haben sich als Becher bewährt. Ca.500g reichen in der Regel für das Unterwasserschiff. Epoxy sollte man sehr gut mischen. Ein Blick auf die Uhr kann auch nicht schaden.
Jetzt legt man die erste Lage ordentlich auf die Unterseite. Wer Kohle benutzt sollte diese als erstes verwenden. Das Harz wird beherzt auf das Gewebe gekippt und mit einem Squeegee verteilt (eine Art Spachtel, jedoch aus weichem Kunstoff, mit dem man das Harz verteilt und den Überschuß wieder aus dem Gewebe abzieht). Wer keinen Squeegee bekommen kann, sollte sich im Baumarkt nach etwas vergeleichbarem umschauen (im Maurerbedarf gibt es so ne Art Gummispachtel mit Holzgriff, geht auch). Wichtig ist, daß man die Matte gut tränkt, aber das überschüssige Harz wieder abzieht. Wer nur mit einem Pinsel arbeitet, verwendet zwangsläufig zuviel Harz und das Board wird unnötig schwer. Zusätzlich muß das überhängende Gewebe bis auf ca. 3-5cm mit einem Pinsel satt getränkt werden. Danach wird die überschüssige Matte auf dieser Höhe abgetrennt (siehe Bild).

Jetzt legt man die nächste Lage faltenfrei auf das Board und drückt mit dem Squeegee etwas an. Dann wieder etwas Harz drauf kippen, ordentlich verteilen, den Rest in Richtung Kante abziehen und den Überhang schon durchtränken. Der Rest wird nun ca. 1cm länger abgeschnitten als die Lage darunter. Mit der dritten Lage wird genau so verfahren.

Der satt getränkte Überhang wird jetzt auf die Oberseite umgeklappt, bzw. mit dem Squeegee sauber angedrückt. An der Nase und bei starker Biegung der Outline muß der Überhang vorher etwas eingeschnitten werden. Vorsicht! Wer zu scharfe Rails geshaped hat, wird das Problem haben, daß sich im Unterwasserschiff am Rail das Laminat etwas abhebt. Man kann versuchen das Laminat beim Anziehen etwas runter zu drücken, optimal ist es jedoch nicht! Vakuum ist hier natürlich von Vorteil, leider wird dies nicht jeder zur Verfügung haben.

Fertig. Jetzt läßt man das Unterwasserschiff für mindestens 24 Stunden aushärten (hängt vom Harz ab). Wärme beschleunigt den Prozeß.

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