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Der Wichard-Haken. Eine Alternative

Wichtiger Hinweis! Das Wichard System hat sich nun seit Jahren bewährt. Dennoch sei darauf hingewiesen, daß auch Systeme mit einem Wichard Probleme aufweisen! Oft scheitert ein sicheres Auslösen an einer falschen Installation! Man sollte also sein System auf die Funktionalität überprüfen! Darüber hinaus hat sich gezeigt, daß in einer Paniksituation der Griff nach unten zum Trapez oft ausbleibt oder der Auslöser nur schwer gefunden wird! Wir raten daher den Griff zum Auslöser zu üben. Dennoch ist immer eine gewisse Reaktionzeit notwendig, um den Wichard auszulösen! Schekel, die sich auf Höhe des Trapezhakens befinden, können daher immer nur eine bedingte Sicherheit gewährleisten!


Der Wichardhaken inkl. Befestigung der Leash

Der Wichard Haken ist ein Schekel, der vorzugsweise im Segelsport verwendet wird. Aber auch als Safetysystem beim Kitesurfen kann er verwendet werden. Wichard stellt nur hochwertige Zubehörteile her. Der größte Haken ist für mehr als eine Tonnen Zuglast konzipiert. Selbst bei solchen Belastungen ist der Haken in der Lage, mit minimalem Kraftaufwand zu öffnen. Denn die Last liegt nur zu einem geringen Anteil auf dem Auslösemechanismus selbst. Das Prinzip ist simpel und effektiv.

Im Folgeden stellen wir hier ein paar Tips und Anregungen zur Installation des Wichard Hakens vor. Wir weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, daß alle Tips und Lösungen derzeit noch auf kurzfristigen Erfahrungen und Tests beruhen. Ziel dieser Seite ist es, Ideen und Probleme zum Thema Safety und Wichard Haken weiter zu geben. Jeder, der sich seine Safety selber konstruiert, sollte daher sorgfältig sein System anbringen, sich genau darüber informieren und das System auch unter kontrollierten Bedingungen ausprobieren. Kitesurfing Kiel übernimmt keine Haftung oder Gewähr für die hier vorgestellten Safety-Lösungen. Es wird auf den vollständigen Haftungsausschluss verwiesen (siehe Impressum).

Ferner empfehlen wir den Wichard-Haken nur Kitesurfern, die auch darauf angewiesen sind, d.h. fortgeschrittenen Kitesurfern, die Loops und Rotationen springen. Da insbesondere die Installation des Wichard-Systems Kenntnisse und Verständnis über das Kitesurfern voraussetzt, empfehlen wir Anfängern und Aufsteigern, die wesentlich übersichtlicheren Syteme, die bereits von den Herstellern mitgeliefert werden, zu verwenden. Wer jedoch anfängt Loops zu springen, sollte sich das Wichard-System genauer anschauen, bevor er ganz darauf verzichtet, ohne Leash aufs Wasser zu gehen. Wird die Leash über die Frontleine geführt und am Trapez befestigt, dreht sich bei Loops die Safetyleash um den Depowertampen (bzw. beim Entrehen, siehe unten). Ein sicheres Auslösen des Kite ist dann auf mit Panikloops nicht mehr gewärleistet. Der Wichardhaken löst dieses Problem, ohne den Kitesurfer zusätzlich einzuschränken und stellt daher ein sinnvolle Alternative dar.

Befestigung am Trapez:

Der Wichardhaken muß immer so am Trapez befestigt werden, daß er sich in Zugrichtung ausrichten kann, d.h. er darf nicht am Haken fixiert werden, sondern muß sich frei bewegen können!!! Man sieht diesen Fehler immer wieder!

1. Kann der Haken nicht mehr vernünftig drehen, weil Querkräfte auf das Gelenk wirken!

2. Der Haken öffnet nicht mehr!! Denn der Loop muß genau im Zenit des Hakens auf Höhe des Gelenk zu liegen kommen. Ist der Haken fixiert wird das Auslösen zur Lotterie. Kommt der Loop auf den festen Arm des Schäkels zu liegen, dann passiert gar nix, man hängt einfach weiter am Kite. Liegt der Loop auf dem auslösenden Schenkel, dann hängt die ganze Power des Kites auf dem Auslösemechanismus.

Die Befestigung des Hakens mit einem 6mm Tampen ist klassisch und einfach. Es gibt unzählige Varianten. Man sollte nur darauf achten, daß die Knoten auch halten! Ein Metallschekel zur Befestigung kann die Basisplatte vom Trapez beschädigen. Auch eigene Schweißarbeit sollten nur bei genauer Kenntnis durchgeführt werden, da eine unsaubere Schweißnaht brechen kann.

Der Haken:


Der Wichardhaken im Detail

Der Wichard Haken kann so verwendet werde, wie er ist. Wer allerdings bevorzugt, daß die Leash sich bei Rotationen nicht verdreht, bzw., die Möglichkeit zum Entdrehen haben möchte, sollte für eine Befestigung an dem nicht auslösenden Anteil des rotierenden Hakens sorgen. Am besten man bohrt sich ein kleines Loch an einer dicken Stelle, durch das man dann einen Ring zieht (scharfer 3mm Bohrer, langsame Drehzahl). Hier kann jetzt die Safetyleash befestigt werden. Man kann auch versuchen eine Bohrung zu vermeiden, sollte dabei aber darauf achten, daß die Auslösung nicht behindert wird! Wer eine solidere und auffälligere Reißleine möchte, kann oberhalb der Auslösefeder einen 4mm Tampen durchziehen und rechts und links einen Knoten machen. Dabei muß der Tampen aber mindestens zweimal oberhalb der Feder durchgeführt werden. Denn rutscht der Tampen auf die Seite der Achse der Feder, dann reicht unter Umständen die Hebelkraft zum Auslösen nicht mehr aus. Weiterhin kann man auch große Kugel verwenden. Dabei sollte man aber immer darauf achten, daß der Auslöser nicht ungewollt auslösen kann, weil er z.B. bei Rotationen irgendwo hängen bleibt.

Der Chickenloop:

Beim Wichardhaken kann ein der ganz normale Loop mit Gummimantel eingehängt werden. Wer allerdings einen U-förmigen Schekel verwendet, muß unbedingt einen Metallring in den Loop hängen, in den dann der Panikhaken greift. U-förmige Schekel haben am Ende eine Verdickung mit einem Loch, in das der horizontale Bolzen des Auslösers greift. Hier kann ein Loop mit Gummimantel hängen bleiben.


Vorsicht bei U förmigen Schekeln! Nur mit Metallring verwenden!

Die Leash:

Die Leash stellt die Verbindung zwischen Kiter und Safetysystem her. Sie stellt das größte Problem dar. Denn besonders Fortgeschrittene sehen in ihr ein großes Hindernis. Die Leash muß zwangsläufig am Kitesurfer befestigt sein. Bei Rotationen dreht sich der Kitesurfer komplett inklusive Bar, Safetyleash und allen Leinen unter dem Kite. Nach der Landung kreuzen sich alle Leinen und der Kite ist erschwert kontrollierbar. Dreht man jetzt die Bar entgegengesetzt zurück, bis alle Leinen wieder parallel laufen, dann dreht sich die Safetyleash leider um die Depower, da sie am Kitesurfer fixiert ist und nicht mitdrehen kann. Spätestens nach drei Drehungen geht nix mehr und der Pilot ist gezwungen, entweder entgegengesetzte Loops zu springen oder sich kurz aus dem Depower auszuhängen, was bekanntlich sehr unangenehm und bei Überpower auch gefährlich sein kann.

Das heißt, die Leash sollte sich möglichst mitdrehen oder mit einem Handgriff zurückrotierbar sein. Da beim Wichardhaken der rotierende Anteil auch nach dem Auslösen am Trapez befestigt bleibt, bietet sich hier eine Fixierung des Sorgenkindes an. Zwar dreht die Leash beim Rotieren nicht immer von selbst mit, aber man kann die Leach mit einem Handgriff wieder entdrehen. Denn bei stark verdrehter Safetyleash um die Depowerleine ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, daß der Kite beim Auslösen nicht 100% öffnet. Aus diesem Grund sollte jede Safetyleash ebenfalls eine Notauslösung besitzen. Bewährt hat sich z.B. das gute alte Klett-Reiß-System.


Video Entdrehung mit Gummischlauch

Verwendet man einen Gummischlauch, der über die Safetyleash gezogen wird, dann erhöht sich die Sicherheit des Wichardsystems erheblich. Denn bereits nach 1-2 Umdrehungen wird der Haken durch die höheren Hebelkräfte gezwungen sich mit zu drehen. Zieht man die Bar zu sich hin, entdreht sich das System ebenfalls von selbst. Zusätzlich verringert sich die Wahrscheinlichkeit, daß die Bar beim Auslösen irgendwo hängen bleibt. Selbst im verdrehten Zustand hat die Bar die Möglichkeit sauber abzudrehen und den Kite frei zu geben. Bei neuen Wichardhaken funktioniert das noch nicht ganz so gut, weil sich das Gelenk etwas einlaufen muß. Etwas Silikonspray kann hilfreich sein. Die Abbildung zeigt eine Leash, wie sie von Solid angeboten wird. Der Notauslöser sitzt dabei über dem Gummischlauch, damit die Befestigung unten am Wichard möglichst wenig Spiel hat. Als Verbindung wurde ein Minischekel verwendet.

Bei der Installation der Safety ist darauf zu achten, daß die Leach immer unter Spannung steht. Dabei muß durch ein Gummitampen auch die Verkürzung der Frontleinen über den Adjuster berücksichtigt werden. Nur eine ausreichend gespannte Leash mit Gummischlauch vermag den Haken mitzudrehen. Dabei muß jedoch darauf geachtet werden, daß der Kite nicht ungewollt über die Safetyleash gehalten und gesteuert wird!

Das eigentliche Safetysystem:


Drei häufig verwendete Lösungen ein Safetysystem zu installieren

Das Prinzip ist simpel, weist aber einige Tücken auf. Läßt man drei Leinen eines Vierleinerkites los, dann weht der Kite aus und bleibt auf dem Wasser liegen, so die Theorie. Bis jetzt gibt es drei Variante für Vierleinerkites.

Bei Lösung A rutscht die ausgelöste Bar komplett mit Zubehör über die Frontleine ab. Dabei wird die Leash einfach fortlaufend am Ende der Frontleine zum Kiter geführt. Über ein Ring in dem sich eine Kugel verkeilt wird die Kraft der Frontleine zum Depowertampen weiter geleitet. Also handelt es sich hier um eine Art Einbahnstraße für die Zugkräfte des Kites (siehe Abbildungen). Man kann sich auch einfach eine enge Öse Knoten, durch die dann das Ende der Frontleine lauft. Gekontert wird das Ganze durch den Knoten am Ende der Safetyleine, über den vorher die Schlinge der Frontleine geführt wird. Ein Beschädigung der Leinen durch Reibungshitze ist hier jedoch nicht ausgeschlossen. Wer seine Safety öfters in Anspruch nehmen muß, sollte die Ringlösung wählen.

Über Lösung A wird jedoch berichtet, daß der Drachen besonders bei viel Wind und kleinen Größen unter Umständen nicht 100% ausweht. Da man den Drachen indirekt an der Fronttube festhält, können insbesondere kleinere Kites nicht direkt zu Boden fallen. Hinzu kommt, daß der Kite auf Grund seiner Eigenstabilität die Neigung besitzt zu rotieren, was wiederum zu Kraftentfaltung führen kann. Eine häufige Ursache, daß ein Kite beim Auslösen nicht 100% ausweht ist eine Safetyleash die sich um die Depowerleine des Chickenloops gewickelt hat. Die Gefahr, daß sich die Safetyleash beim Auslösen mit der Depower oder anderen Leinen bzw. dem Adjuster verheddert, wird durch ein Gummischlauch über der Safetyleash entscheidend verringert. Lösung A wird von vielen Herstellern und auch Eigenkonstrukteuren bevorzugt verwendet.

Bei Lösung B läuft die selbe Funktion über eine der Steuerleinen. Hier wird der Kite beim Auslösen der Safety am hinteren Ende eines Tips festgehalten. Der Kite hat kaum ein Chance weiterzufliegen und fallt wie eine Fahne im Wind ins Wasser. Wird Lösung B mit der Wichard Haken kombiniert, läuft die Leash schräg zur Mitte hin, was störend sein kann.

Wichtig! Bei Lösung B sollte man darauf achten, daß die Bewegungen der Bar bzw. der Depower und des Adjusters durch das Gummi der Safety augeglichen werden! Depowert man die Bar, dann wird der Weg der Safety länger. Reicht der Gummizug der Leash nicht aus, oder ist die Spannung zu hoch, dann wird der Kite ungewollt über Leash gesteuert. Je mehr man depowert, desto stärker wird der unerwünschte Lenkimpuls. Besonders bei Überpower und stark depowertem Kites kommt dieser Effekt zum tragen! Wenn man Lösung B favorisiert, sollte man die Vorläuferleinen so lang wählen, daß der Gummizug der Safety die Steuerung in jeder Depowerposition und bei jeder Adjustereinstellung nicht beeinflußt!!!

Lösung C ist der Klassiker. Hier verwendet man Vorläuferleinen, die mindestens halb so lang wie die Spannweite des Kites sind (wichtig!). An einer Frontleine oder Steuerleine läuft die Leash über die volle Länge zum Kitesurfer zurück. Das System rutscht also nicht ab, sondern klappt auf. Dieses System ist zuverlässig, aber natürlich anfällig für Verdreher, die ein Aufklappen verhindern. Dies schränkt die Anwendung von Lösung C ebenfalls ein.

Abschließend sollte man bedenken, daß die hier vorgestellten Lösungen sicher noch ausbaufähig sind. Jede Lösung weist noch Schwächen auf. Dabei liegt das Problem weniger im Panikhaken, sondern vielmehr im Safetysytem selbst. Vielleicht wird es auch in Zukunft Systeme geben, die einen völlig anderen Weg gehen. Die Wichard Lösung mit Gummischlauch-Safety ist zur Zeit sicher eine der besten Alternativen, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Fly safe

olli


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Eine saubere Lösung von Wolfgang


Lösung A mit geknoteter Öse